1988 trat Vranitzky die Nachfolge von Fred Sinowatz als Partei- vorsitzender der SPÖ an. Bei den Nationalratswahlen von 1994 musste die SPÖ weitere Stimmenverluste hinnehmen. Während seiner Amtszeit als Bundeskanzler erfolgte der Beitritt Österreichs zur Europäischen Union (Volksabstimmung am 12. Juni 1994, Beitritt am 1. Januar 1995).
1995 provozierte die ÖVP vorgezogene Neuwahlen; Vranitzky führte die Koalition mit der ÖVP dennoch bis 1997 fort. Im Januar 1997 trat Vranitzky vom Amt des Bundeskanzlers und als Parteivorsitzender der SPÖ zurück. In beiden Ämtern folgte ihm Viktor Klima nach.
Von März bis Oktober 1997 war Vranitzky als Sonderbeauftragter der OSZE im politisch instabilen Albanien tätig, anschließend übernahm er eine Beraterfunktion bei der Westdeutschen Landesbank. 1995 erhielt Franz Vranitzky als Anerkennung seiner besonderen Verdienste um die europäische Einigung den renommierten "Internationalen Karlspreis" der Stadt Aachen verliehen. |