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Verein der Heim-
arbeiterinnen
Verein der Heimarbeiterinnen 1908, mit Anna Boschek / Foto: ÖGB-Archiv

Hausgehilfinnen mit Adler / Foto: VGA

Der "Verein der Heimarbeiterinnen und aller im Hause beschäftigten Frauen und Mädchen" ging im Jahr 1902 aus dem sozialdemokratischen "Verein der Näherinnen" hervor, der es auf keine erhebliche Mitglieder-
zahl gebracht hatte. Zielgruppe des neuen Vereins waren v.a. jene Frauen, die neben ihrer hauswirtschaftlichen Tätigkeit durch gewerb-
liche Lohnarbeit einem Nebenverdienst nachgehen mussten
– also Wäscherinnen, Bedienerinnen und Heimarbeiterinnen, die der Vorteile einer Gewerkschaft teilhaftig und dadurch enger an die Organisation gebunden werden sollten.

Gegen die Gründung dieses Vereins erhob die Partei (ausnahmsweise) keinerlei Einwände, da er mit gewerk-
schaftlicher Unterstützung agierte und in der Person seiner Obfrau Anna Boschek gewissermaßen auch eine Fortsetzung des sich auflösendenden Klubs Libertas darstellte.


Obwohl sich bald in ganz Wien, aber auch in der Steiermark,
in Salzburg, in Böhmen und in Niederösterreich Ortsgruppen
bildeten, die den betroffenen Frauen Beratung und wirtschaft-
liche Hilfe anboten, blieben die Mitgliederzahlen gering, was sich
Adelheid Popp damit erklärte, dass niemand schwerer zu erfassen
ist als die Frauen, die als richtige Heimarbeiterinnen ihren Beruf in
ihrer Wohnung ausüben. Sie sind abgeschlossen von den anderen
Arbeiterinnen ihrer Branchen und werden viel schwerer vom Gefühl
der Zusammengehörigkeit erfasst
(Der Weg zur Höhe, 1929, 94 f).

Der Verein der Heimarbeiterinnen vereinigte sich schließlich mit
dem
Verband der Hausgehilfinnen.

Foto: VGA
Publikation: Vereinsblatt. Organ des Vereines der Heim- und Hausarbeiterinnen (ab Jg. 6: Die Hausangestellte), 1913–1934.
Literatur: Edith Probst (Hrsg.), "Die Partei hat mich nie enttäuscht…", Österreichische Sozialdemokratinnen, 1989.
 
 
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