Das Theater in der Josefstadt ist nach dem Burgtheater die älteste existierende Sprechbühne Wiens. 1788 wurde es als kleinstes der drei Vorstadttheater (neben dem Theater an der Wien und dem Leopoldstädter Theater) erbaut; 1822 wurde das Gebäude von Joseph Kornhäusel neu errichtet, wobei auch eine Gaststätte hinzukam.
Wolfgang Reischel, der Besitzer des Gasthauses "Zum Straußen", übernahm 1833 das Gasthaus im Theater in der Josefstadt, ließ es komplett umbauen und am 1. Juni 1834 mit einem großen Ball, bei dem Johann Strauß Vater dirigierte, eröffnen. Die in weiterer Folge "Sträußelsäle" genannten Räumlichkeiten wurden zum Schau- platz verschiedener historischer Veranstaltungen.
Im Revolutionsjahr 1848 waren die "Sträußelsäle" Sitz des kurzlebigen "Ersten Allgemeinen Arbeitervereins", der auf Initiative des Buchbindergesellen Friedrich Sander am 24. Juni 1848 gegründet worden war. Das Programm des Vereins kennzeichnet die damalige Lage der Arbeiterschaft: Belehrung durch leichtfassliche Vorträge, Förderung der Bildung durch eine Bibliothek, Förderung der Geselligkeit durch einen Gesangsverein und Deklamationen. |