Proft engagierte sich bald in der Gewerkschaft, dann auch in der sozialdemokratischen Frauenbewegung, wo sie als mitreißende Rednerin rasch zu einer führenden Persönlichkeit wurde.
1906 besuchte Proft die Arbeiterschule, wo sie Vorträge von Robert Danneberg und Adolf Braun hörte, absolvierte einen Bürokurs und wurde schließlich von der sozialdemokratischen Frauenorganisation – dem Frauenreichskomitee – als deren erste Sekretärin angestellt. In dieser Funktion begann sie ab 1909 ihre politischen Anliegen nicht nur in Versammlungen, sondern auch in sozialistischen und gewerk- schaftlichen Zeitschriften zu artikulieren.
Im Ersten Weltkrieg gehörte Gabriele Proft, im Gegensatz zu vielen ihrer Parteikollegen, zu den führenden Friedensaktivisten um Friedrich Adler. Am berühmt gewordenen Parteitag von 1917 war sie es, die die "Erklärung der Linken" vortrug, in der diese sich gegen die staatstreue Haltung der Parteiführung wandten. |