Der gelernte Dreher Johann Pollitzer wurde 1919 zum ersten sozialistischen Bezirksvorsteher von Ottakring gewählt. Er hatte großen Anteil an der positiven Entwicklung des Bezirks, der damals noch von großem Wohnungselend geprägt war und zu den Armenvierteln Wiens zählte. In seine Amtszeit fallen nicht nur die Errichtung großer kommunaler Wohnbauten; durch Gemeinschaftseinrichtungen wie dem Ottakringer Bad, dem Kongresspark und dem Kongressbad, aber auch durch Kindergärten und Mütterberatungsstellen verbesserte sich die Lebensqualität im 16. Bezirk nachhaltig.
Nach seiner Absetzung im Februar 1934 traf sich Pollitzer weiterhin regelmäßig mit vielen sozialdemokratischen Vertrauenspersonen, darunter Adolf Schärf, Albert Sever und Karl Honay, im Gasthaus "Fuchsenloch", einem illegalen Treffpunkt in der Baumeistergasse 41.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wirkte Pollitzer aktiv beim Wiederaufbau der Bezirksorganisation Ottakring mit und nahm bis zu seinem Tod im Alter von 90 Jahren an zahlreichen Veranstaltungen teil.
Die Pollitzergasse im 16. Bezirk wurde 1971 nach dem früheren Bezirksvorsteher benannt. |