Johann Pölzer war als Politiker immer am Puls der Favoritner Bevölkerung, egal ob beim Greißler, im Wirtshaus, am Fußballplatz, in den Sektionen und Organisationen – Pölzer war überall. Nach dem plötzlichen Tod seiner Frau Amalie Pölzer, nach der das Amalienbad benannt wurde, im Jahre 1924 widmete er sich nahezu ausschließlich der Parteiarbeit. Führende Funktionäre der Partei wie Victor Adler, Otto Bauer und Karl Renner schätzten seine Meinung als "politisches Stimmungsbarometer" deshalb sehr.
Pölzer gehörte von 1908 bis 1919 dem niederösterreichischen Landtag, 1918 dem Wiener Gemeinderat und von 1919 bis 1934 dem Nationalrat an. Am 12. Februar 1934 befand er sich schwer krank im Spital. Nach dem Ausbruch der Kämpfe eilte er, trotz ärztlicher Warnung, nach Hause, brach dort zusammen und musste zurück ins Spital gebracht werden.
Hier wurde er schließlich verhaftet und ins Inquisitenspital transferiert; wenige Wochen später war Johann Pölzer tot. |