Der frühere Wiener Vizebürgermeister und Präsident des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstandes (DÖW) erlernte den Beruf des Tischlers. Schon in seiner Jugend schloss sich Hubert Pfoch der sozialdemokratischen Bewegung an. Zunächst engagierte er sich bei den Roten Falken, nach 1934 in den illegalen Jugendzirkeln.
1940 wurde Pfoch zum Arbeitsdienst und anschließend zur Wehrmacht eingezogen. Einschneidend war für Pfoch die Beobachtung eines Transportes von Warschauer Juden ins Vernichtungslager Treblinka in Polen im August 1942, den er auch heimlich fotografisch festhielt. Wie Pfoch später berichtete, konnte er beobachten, wie SS-Männer jüdische Familien in Viehwaggons trieben. Stunden später setzten Pfoch und seine Kameraden ihre Fahrt in den Osten fort. Mit einem Mal lag Leichengeruch in der Luft. In diesem Moment passierte der Zug ein mit Stacheldraht umzäuntes Gelände. Da wussten wir, so Pfoch, was mit den Juden vom Bahnsteig geschehen war. Unter uns Soldaten sind sehr deutliche Worte gefallen. Es gab keinen Zweifel, was die Nazis dort inszenieren, was sie den Juden in Wahrheit antun. |