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Perco, Rudolf
14.7.1884, Gorizia (Italien) - 31.1.1942, Wien

Perco, der einer altösterreichischen Kaufmannsfamilie aus Görz entstammte, studierte von 1906 bis 1910 bei Otto Wagner und war anschließend fünf Jahre lang im Büro Gessner beschäftigt.

Seine ersten Bauten standen noch ganz im Geist Otto Wagners. Während des Ersten Weltkriegs war Rudolf Perco in Italien als Spion angeklagt und längere Zeit in Haft.

Nach Kriegsende kehrte Perco nach Wien zurück, studierte hier Rechtswissenschaften, Bauingenieurwesen und sogar Musik, und lernte darüber hinaus Esperanto. Seine zahlreichen Entwürfe und Wettbewerbsbeiträge waren visionär und von einem "futuristisch-kubistischen" Geist geprägt.

Holy-Hof / Foto: Bauer
Friedrich-Engels-Platz /Foto: Bauer

Später wandte sich Perco mehr dem "sozialistischen Realismus" zu,
der zumindest stilistisch in den faschistischen Baustil überging. Selb-
ständig führte Perco, der bei den Gemeindewohnanlagen Am Wiener-
berg
und beim Professor-Jodl-Hof (mit
Rudolf Fraß und Karl Dorfmeister) mitwirkte, den bemerkenswert strengen Holy-Hof, vor allem aber den gewaltigen "Superblock" am Friedrich-Engels-Platz aus, der mit 1.467 Wohnungen der zweitgrößte Wohnbau des "Roten Wien" nach dem Sandleiten-Hof ist. Viele weitere seiner utopischen Projekte blieben jedoch unverwirklicht.

Nach 1934 erhielt Perco keine Bauaufträge mehr und blieb trotz intensivster Anbiederungsversuche auch unter den National-
sozialisten erfolglos. Er flüchtete sich in den folgenden Jahren in Skizzen zu Idealprojekten und konnte als technischer Zeichner im
Büro des Parteiarchitekten Kaym seinen Lebensunterhalt verdienen.

Als "notorischer Nörgler" kam er schließlich ins Visier der Gestapo und dürfte sich schlussendlich das Leben genommen haben.
Literatur: Ursula Prokop, Rudolf Perco 1884-1942. Von der Architektur des Roten Wien zur NS-Megalomanie, 2001; Helmut Weihsmann, In Wien erbaut, 2005.
 
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