Die Konsumgenossenschaft ist eine besondere Form der Genossenschaft im Einzelhandel, die sich in erster Linie mit dem Vertrieb von Waren des täglichen Bedarfs befasst. Konsumgenossenschaften entstanden um die Mitte, besonders aber in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts überall in Europa als Selbsthilfemaßnahme der Arbeiter und kleinen Gewerbetreibenden, die von den etablierten Lebensmittelhändlern regelmäßig übervorteilt, manchmal aber auch regelrecht ausgebeutet wurden. Durch die Gründung solcher Genossenschaften konnten die Arbeiter ihre Lebenshaltung durch den gemeinsamen Großeinkauf billigerer Waren ganz entscheidend verbessern.
Die Idee, sich zu einer Verbrauchergenossenschaft zusammenschließen, um die benötigten Waren gemeinsam im großen – und damit auch billiger – einzukaufen, kam aus England, wo bereits im Dezember 1844 der Laden der "Rochdale Society of Equitable Pioneers", einer Initiative von 28 Webern in Rochdale (bei Manchester) eröffnet wurde. Hier wurden auch die Grundprinzipien formuliert, die die Leitlinie der Konsumgenossenschafts- bewegung bildeten (gleiches Stimmrecht, Rückvergütung, Barzahlung, politische und religiöse Neutralität etc.). |