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Donaustadt
Donaustadt / Foto: PID

Die Donaustadt wurde erst im Jahr 1954 aus den 1938 von Floridsdorf abgetrennten Gemeinden Stadlau, Kagran, Hirschstetten, Aspern und Lobau, den ehemaligen nieder­österreichischen Gemeinden Süßenbrunn, Breitenlee und Eßling, sowie dem vom 2. Bezirk abgetrennten Kaisermühlen gebildet. Weitere 15 Marchfeld-
gemeinden, die 1938 bei der Bildung des 22. Bezirks "Groß-Enzersdorf" ebenfalls zu Wien gekommen waren, wurden im selben Jahr wieder an Niederösterreich abgetreten.
Der Bezirk, der nach 1945 zunächst Stadlau hieß, erhielt nun den Namen Donaustadt.

Der heutige 22. Gemeindebezirk ist mit 102,34 km2 flächenmäßig der mit Abstand größte Bezirk und war lange Zeit auch der am dünnsten besiedelte; in den letzten Jahrzehnten sind aufgrund einer intensiven Urbanisierung (Wohnhausanlagen der Gemeinde Wien in Aspern, Hirschstetten, Kagran und Kaisermühlen) stark steigende Wohnbevölkerungszahlen zu verzeichnen gewesen (1951: 53.000; 2002: 136.000 Einwohner). Es bestehen allerdings auch weiterhin vorwiegend landwirtschaftlich genutzte Gebiete.

In der modernen Donaustadt befinden sich der 1964 anlässlich der Wiener Internationalen Gartenschau errichtete Donaupark mit dem 252 m hohen Donauturm, das 1975 eröffnete Donauzentrum, Wiens größtes Einkaufszentrum, die UNO-City (1979) und das Austria-Center (1987), das Sozialmedizinische Zentrum Ost (1984), die OMV, die Opel Austria (auf dem Areal des ehemaligen Flugplatzes Aspern) und das Donaukraftwerk Freudenau (1998). Durch die Überplattung der Donauuferautobahn und die Errichtung von Büro- und Wohntürmen entsteht derzeit ein vollkommen neues urbanes Zentrum in der Donaustadt.

Die Donaustadt verfügt mit den zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstandenen Strandbädern an der Alten Donau und mit der Donauinsel auch über einige der beliebtesten Freizeit- und Erholungsstätten Wiens.

Errichtung des Donauturms, 1962 / Foto: media wien
Donauinsel / Foto: SPÖ / Dimko

Die Lobau, an der die Donaustadt ebenfalls ihren Anteil hat, wurde 1977 zum Naturschutzgebiet und 1996 zum Nationalpark "Donau-Auen" erhoben.

Große Teile der heutigen Donaustadt gehörten in der Ersten Republik noch zu Floridsdorf; die frühe Geschichte der sozialdemokratischen Bewegung der Donaustadt ist deshalb mit jener des 21. Bezirks weitgehend ident.

Goethehof 1934 / Foto: SPÖ
Gedenktafel Donaupark / Foto: Bauer

Im Februar 1934 kam es auch in der Donaustadt zu heftigen Kämpfen. Das Hauptquartier des Schutzbundes von Kagran befand sich in der Komzakgasse / Mälzelplatz (Gedenktafel). Kagran war übrigens das einige Gebiet, in dem sogar Flugzeuge der Heimwehr zum Einsatz kamen. Heiß umkämpft war auch der Goethehof, wo im Gedenken an den Februar 1934 am 10. Februar 1984 ebenfalls eine Gedenktafel enthüllt wurde; eine weitere Gedenktafel erinnert bei der U-Bahnstation Zentrum Kagran an die gefallenen Straßenbahner des 15. Februar.

In vielen Großbetrieben, v.a. bei den Verkehrsbetrieben, den Gas- und E-Werken, aber auch bei der Feuerwehr, der Eisenbahn, der Post und der Polizei gab es von 1934 bis 1945 antifaschistische Widerstandsgruppen. Im Donaupark erinnert eine Gedenktafel daran, dass auf dem Militärschießplatz Kagran (im heutigen Parkgelände) am 31.10.1944 die beiden Feuerwehrleute Hermann Plackholm und Johann Zak vor den Augen von 600 ihrer Kollegen hingerichtet wurden. Zwei Gassen in der Donaustadt wurden nach den beiden Männern benannt.

In der Wurmbrandgasse 12 erinnert eine Gedenktafel an den Maschinenschlosser Franz Stelzel, der in diesem Haus wohnte; er gehörte ebenfalls einer Widerstandsgruppe an, wurde 1941 verhaftet und am 10.11.1942 im Landesgericht enthauptet.

Am 2. Mai 1945 wurde die Bezirksorganisation in Aspern neu eingerichtet. Erster Bezirksvorsteher des 22. Bezirks wurde Leopold Horacek (1946–1959), nach dem eine Wohnhausanlage in der Lenkgasse 1-3 benannt wurde. 1947 übersiedelte die Bezirksorganisation in die ehemalige Kagraner Schule, Donaufelder Straße 259.

Bereits in den fünfziger und sechziger Jahren entstanden in der bis dahin nur dünn besiedelten Donaustadt Tausende neue Wohnungen.

1972 wurde schließlich auf den Rennbahngründen eines der größten kommunalen Bauvorhaben in Angriff genommen – die 1977 besiedelte Wohnhausanlage Rennbahnweg mit 2.440 Wohnungen; wenig später entstand der Dr.-Josef-Bohmann-Hof südlich der Aderklaaerstraße mit 1.600 Wohnungen.

Parallel dazu wurde auch in die Infrastruktur investiert. Bereits 1978 konnte die nach Stadlau führende Südosttangente für den Verkehr geöffnet werden, seit September 1982 verkehrt die U1 bis zum Zentrum Kagran, und 1985 erfolgte der Spatenstich zum SMZ-Ost.

Die Donaustadt ist heute der mit Abstand am stärksten weiterwachsende Bezirk Wiens. In der kommunalen Wohnbaupolitik kam es allerdings bereits gegen Ende der achtziger Jahre zur Abkehr von den Großbauten der früheren Jahrzehnte, die als urbanes Experiment von vielen als gescheitert angesehen werden.

Rennbahnweg / Foto: SPÖ
Stundlgasse / Foto: Bauer

Ein hervorragendes Beispiel für eine moderne Fortsetzung der Siedlungstradition ist die 1990 fertiggestellte Wohnhausanlage in der Stundlgasse.

Die SPÖ stellte seit 1946 alle Bezirksvorsteher im 22. Bezirk:

Leopold Horacek (1946 bis 1959)
Rudolf Köppl (1959 bis 1977)
Rudolf Huber (1977 bis 1981)
Albert Schultz (1981 bis 1993)
Leopold Wedel (1993 bis 1997)
Franz-Karl Effenberg (1998 bis 2005)
Renate Winklbauer (2005 bis 2006)
Norbert Scheed (seit 2006)

Norbert Scheed / Foto: SPÖ
Bei der Bezirksvertretungswahl 2005 erhielten die SPÖ 57,1% und 36 Mandate (von 60), die FPÖ 15,9% und 10 Mandate, die ÖVP 12,6% und 8 Mandate, die Grünen 10,5% und 6 Mandate.
Literatur: 50 Jahre Donaustadt. Das große Magazin zum Jubiläum, 2004; Liselotte Hansen-Schmidt, Donaustadt: Stadt am anderen Ufer, 1995; Edith  Müllbauer, XXII. Donaustadt, 1985; Stefan Schemer, Donaustadt Zukunftsland, 1993. Birgit Trinker, 22. Bezirk Donaustadt, 2001. 
Bezirksorganisation der SPÖ-Donaustadt
22., Donaufelderstraße 259
Tel.: 203 11 88

Bezirksparteivorsitzende: Ruth Becher
Bezirksvorsteher: Norbert Scheed
 
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