Am 12. Februar 1934 wurde Seitz in seinem Arbeitszimmer im Rathaus verhaftet und blieb ohne Anklageerhebung bis Jahresende in Haft. Seitz weigerte sich jedoch, Österreich zu verlassen – auch nach dem "Anschluss" 1938. Als nach dem fehlgeschlagenen Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 Unterlagen gefunden wurden, die auch Karl Seitz belasteten, wurde er neuerlich verhaftet und ins KZ-Ravensbrück gebracht. Nach der Befreiung des Lagers dauerte es mehrere Wochen, bis Seitz sich unter vielen Schwierigkeiten und Gefahren in die Heimat durchschlagen konnte, wo er im Juni 1945, schwer krank und völlig entkräftet, ankam.
Von Ende 1945 bis zu seinem Tod gehörte Seitz wieder dem Nationalrat an. Der Parteitag im November 1946 wählte den früheren Parteivorsitzenden zum Ehrenvorsitzenden auf Lebenszeit.
Am Haus Himmelstraße 43 im 19. Bezirk erinnert eine Gedenktafel daran, dass Wiens legendärer Bürgermeister nach seiner Heimkehr aus dem KZ hier seine letzten Lebensjahre verbrachte.
Die in den Jahren 1926 bis 1931 nach Plänen von Hubert Gessner errichtete Wohnhausanlage der Gemeinde Wien, 21., Jedleseer Straße 66-94, wurde nach seinem Tod Karl-Seitz-Hof benannt. Der Hof gehört zu den architektonisch bedeutendsten Leistungen des "Roten Wien" und war wegen des vielen Grüns in den groß- zügigen Innenhöfen allgemein als "Gartenstadt" bekannt. Der Karl-Seitz-Platz trägt seinen Namen seit 1998. |