Der gelernte Fotograf Karl Czernetz war seit 1924 politisch aktiv und in der Ersten Republik als Bildungs- referent der SAJ-Leopoldstadt und als Mitarbeiter verschiedener sozialistischer Zeitschriften tätig. Während des Ständestaates wurde er als illegaler Sozialist mehrmals verhaftet, floh 1938 zunächst nach Paris und später nach London, wo er gemeinsam mit Oscar Pollak das Londoner Büro der österreichischen Sozialisten, eine von mehreren sozialdemokratischen Exilorganisationen, leitete.
1945 kehrte Karl Czernetz mit seiner Frau Margit, die er 1939 in London geheiratet hatte, nach Wien zurück und übernahm die Leitung des neu geschaffenen Schulungsreferates der SPÖ. Als dieses Ende der vierziger Jahre mit der Kunststelle und anderen Bildungseinrichtungen zur Sozialistischen Bildungszentrale zusammengefasst wurde, übernahm Czernetz deren Leitung. Daneben leitete er auch das Bildungsreferat der Wiener SPÖ und die Wiener Parteischule, die in dem ursprünglich nach ihm benannten Wiener SPÖ Bildungszentrum, 2., Praterstraße 25, ihre Schulungsabende abhielt. |