Leopold Gratz' Amtszeit war aber auch von Skandalen und Affären überschattet: Der Bauring- und der AKH-Skandal, die Misere um das Rinter-Müllzelt und der Reichsbrückeneinsturz am 1. August 1976 bleiben u.a. auch mit seinem Namen verbunden.
Gratz, der lange Zeit als einer der "Kronprinzen" Bruno Kreiskys galt und 1976 auch Landesparteivorsitzender der Wiener SPÖ wurde, übergab sein Amt im September 1984 an Helmut Zilk und übernahm im Kabinett Sinowatz den Posten des Bundesministers für Auswärtige Angelegenheiten (1984–1986). Danach fungierte er als Erster Präsident des Nationalrates (1986–1989).
Die Lucona-Affäre, die letzten Endes zur Verurteilung seines lang- jährigen Freundes Udo Proksch wegen mehrfachen Mordes führte, machte der politischen Karriere des Leopold Gratz ein Ende; Anfang 1989 trat er von allen politischen Funktionen zurück. In der Noricum-Waffenexport-Affäre wurde Gratz 1990 angeklagt, jedoch in allen Punkten freigesprochen. |