Daneben war Käthe Leichter im Frauenkomitee der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei und in der Bezirks- organisation Innere Stadt tätig und wurde 1932 als erste Frau in den Betriebsrat der Arbeiterkammer gewählt. Käthe Leichter war eine ungemein beliebte Vortragende, weil sie es verstand, komplizierte Sachverhalte allgemein verständlich und überzeugend darzulegen. Im Mittelpunkt ihrer politischen Aktivitäten stand auch die Auseinandersetzung mit dem Faschismus, wobei sie die abwartend-zögerliche Haltung der SDAP-Führung scharf kritisierte.
Nach dem Februar 1934 gehörten sie und ihr Mann Otto Leichter zu den Gründern der Revolutionären Sozialisten. Käthe Leichter leitete in der illegalen Organisation zuerst das politische Bildungswesen, dann den Nachrichtendienst.
Während Otto Leichter im Mai 1938 die Flucht aus Österreich gelang, wurde Käthe Leichter mit ihren Kindern daran gehindert. Als die Gestapo drohte, ihre alte Mutter als "Geisel" zu nehmen, stellte sie sich der Polizei. Nach 18 Monaten Haft wurde Käthe Leichter zu 7 Monaten Kerker verurteilt, aber nicht freigelassen, sondern ins Frauen-KZ Ravensbrück überstellt. Am 17.3.1942 wurde Käthe Leichter im Zuge der NS-Euthanasie "Aktion 14f13" in der Psychiatrischen Anstalt Bernburg/Saale ermordet.
In ihrem letzten Brief an die Familie heißt es: Um mich keine Sorgen! Ich bin gut beieinander und meine Gedanken sind stets in tiefster, unwandelbarer Liebe bei meinen lieben drei Buben... |