Die ehemalige Brotfabrik in der Hasnerstraße wurde in den Jahren 1908 bis 1910 von den Architektenbrüdern Franz und Hubert Gessner als Bäckerei für den "Ersten Wiener Consumverein" errichtet. Diese am 20. März 1862 gegründete Konsumgenossenschaft ging auf eine Idee von Eisenbahnfunktionären zurück und war ursprünglich nur Beamten vorbehalten. Der Konsumverein hatte bereits 1883 eine erste Brotfabrik in der Hasnerstraße errichtet. Das neue Fabriksgebäude stellte eine Erweiterung dar und umfasste auch eine Kaffeerösterei, eine Verpackungshalle und Lagerräume für Konsumgüter aller Art.
Der frühe Stahlbetonskelettbau war mit einer verfliesten Fassade bekleidet und wurde nach den damals fort- schrittlichsten Kriterien geplant. Produktionstechnisch bedeutete das "von oben nach unten", d.h. vom unter dem Dach gelegenen Mehllager bis ganz hinunter zur Backstube. Auch den hygienischen Rahmenbedingungen wurde in dieser Großbäckerei, deren Tagesproduktion sich auf rund 18.000 Kilogramm belief, besonderes Augenmerk geschenkt. |