Nur wenige Wochen später eröffnete Anton Swoboda, ein Wirt aus dem Wiener Prater, ein weiteres Ausflugsgasthaus am Laaer Berg. Bald darauf "explodierten" die Ansuchen für die Errichtung von weiteren Wirtshäusern, Kegelbahnen, Kettenkarrussellen, Ringel- spielen, Wurfbuden und Tanzsälen.
1884 hatten sich im Laaer Wald bereits 20 Gaststätten und zahlreiche Schausteller angesiedelt, die den Grundstock des "kleinen" Praters bildeten, der aufgrund der Herkunft seiner Besucher bald den Namen "Tschechischer" oder "Böhmischer Prater" erhielt, und sich rasch zum bedeutendsten Vergnügungsort der Favoritner und Simmeringer Bevölkerung entwickelte.
Als 1886 durch ein Polizeigesetz Tanzveranstaltungen in Wien vorübergehend untersagt wurden, war der Böhmische Prater, der zur Gemeinde Ober-Laa gehörte, von diesem Verbot nicht betroffen und wurde noch populärer – und zusehends auch politischer.
Bereits 1890 fand im Anschluss an die politischen Versammlungen am 1. Mai im Böhmischen Prater eine große Feier statt.
Nach dem Niedergang infolge des Ersten Weltkriegs konnte ein geregelter Unterhaltungsbetrieb im Böhmischen Prater erst gegen Ende der zwanziger Jahre wieder aufgenommen werden. Zum neuerlichen Aufschwung des Böhmischen Praters trugen nun auch die nahegelegenen Ziegelteiche bei. |