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Blaimscheinvilla
13., Lainzer Straße 28,
Wenzgasse 2
Blaimscheinvilla / Foto: Bauer

Der Stadtbaumeister Josef Wenz errichtete die Villa in Hietzing 1875 für den Kaufmann Leon Mandl im Stil des Historismus. Im Jahr 1900 erwarb der Margarinefabrikant Carl Blaimschein das zweigeschossige Gebäude. Wegen der "jüdischen Herkunft" der Familie wurde die Blaimscheinvilla 1938 von den Nationalsozialisten beschlagnahmt; der Familie Blaimschein gelang die Flucht ins Ausland.

Am 19. April 1945 übergab die sowjetische Kommandantur die Villa an Karl Renner als Amtssitz. Zwischen 20. und 27. April 1945 arbeiteten hier Vertreter von SPÖ, ÖVP und KPÖ unter dem Vorsitz Karl Renners das Konzept für eine provisorische österreichische Staatsregierung aus. Die Regierungsverhandlungen wurden unter strenger Geheimhaltung abgeschlossen und die Verhandlungsergebnisse der Öffentlichkeit am 27. April präsentiert. Die Forderung der Kommunisten nach zwei Schlüsselministerien – Inneres und Unterricht – musste von den Verhandlern akzeptiert werden, ihre Forderung nach einem stell­vertretenden Regierungschef konnte Renner umgehen.

Unter Renners Vorsitz wurde nun ein Kabinett gebildet, dem je ein Vertreter der drei Parteien angehörte –
Adolf Schärf für die SPÖ, Leopold Kunschak, dem einige Tage später Leopold Figl folgte, für die ÖVP und Johann Koplenig für die KPÖ. Anstelle von Ministerien wurden "Staatsämter" eingerichtet, an deren Spitze ein Staats-
sekretär stand, dem zwei Unterstaats­sekretäre der jeweils anderen Parteien zugeteilt waren. Eine Ausnahme bildete nur das Staatsamt für Finanzen, das mit parteilosen Fachleuten besetzt wurde.

Die Nachkommen der Familie Blaimschein erhielten die Villa nach dem Krieg zurück; seit 1958 befindet sich das Gebäude im Eigentum der Republik Iran.

 
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