Der Austromarxismus ist eine auf österreichischem Boden um die Jahrhundertwende entstandene Schule des Marxismus, dessen bekannteste Vertreter Otto Bauer, Max Adler, Rudolf Hilferding, Friedrich Adler und der junge Karl Renner waren. Als überzeugte Marxisten versuchten sie, die marxistischen Theorien auf die von Nationalitätenkonflikten zerrissene Monarchie zu übertragen und einen Mittelweg zwischen der sozialdemokratisch geprägten Zweiten Internationale und der kommunistischen Dritten Internationale zu finden.
Der Austromarxismus zählt damit zu den Transformations- und Gesellschaftstheorien, die auch mit dem Begriff "Dritter Weg" bezeichnet werden: zwischen orthodoxem Marxismus – bzw. Leninismus, denn Max Adler erhob z.B. stets den Anspruch, ein "orthodoxer Marxist" zu sein – und der radikalen Linken (z.B. Rosa Luxemburg) auf der einen Seite und dem Revisionismus, der nur allzu oft in Resignation und Integration endete, auf der anderen. |