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Arsenal
3., Arsenalstraße /
Ghegastraße / Landstraßer Gürtel
Arsenal / Foto: Bauer

Nach der Niederwerfung der Revolution von 1848 wurden in Wien zahlreiche neue militärische Anlagen errichtet, um künftige Aufstände zu verhindern. Das größte dieser Bollwerke war das in den Jahren 1849 bis 1856 in den Formen des romantischen Historismus und nach Entwürfen der Architekten Förster, Hansen, van der Nüll, Rös-
ner und Sicard von Sicardsburg errichtete Arsenal, eine Ansammlung von insgesamt 72 Gebäuden – Kasernen, Waffen­fabriken und militärische Depots – mit einer Gesamtfläche von 330.000 m2.
Im Ersten Weltkrieg entwickelte sich das Arsenal zu einem gewaltigen Rüstungsbetrieb, in dem bis zu 20.000 Arbeitskräfte beschäftigt waren, darunter auch viele Kriegsgefangene.
Nach dem Krieg versuchte der Staat, die Produktion auf Friedensprodukte umzustellen, was sich als schwierig erwies,
da Betriebskapital, Verkaufsorganisation und kaufmännische Verwaltung fehlten. Die Beschäftigtenzahl sank binnen eines
Jahres auf 3.000 Personen – überwiegend Facharbeiter mit
starkem politischen Bewusstsein.
Foto: Bauer

Auf Drängen der Sozialdemokraten wurde das Arsenal 1921 in ein gemeinwirtschaftliches Unternehmen
um­gewandelt. Erzeugt wurden v.a. Metall- und Holzbearbeitungsmaschinen, Kleinmotoren, Pistolen und Jagdgewehre, aber auch Möbel und Rucksäcke. Die führenden Organe des Unternehmens wurden aus Vertretern des Staates, der Gewerkschaften, des Betriebsrates und der Konsumentenorganisationen gebildet, oberstes Gremium war laut Betriebsverfassung die Vollversammlung der Arbeiter und Angestellten.

Dieses bis dahin wichtigste Experiment der Gemeinwirtschaft in Österreich blieb allerdings mit den bereits erwähnten betriebswirtschaftlichen Schwächen behaftet und erwirtschaftete durchwegs Verluste. 1926 waren nur noch 300 Personen im Arsenal beschäftigt. Da die Regierung auf Drängen der Privatwirtschaft dem Unternehmen die benötigte Kapital­aufstockung nicht gewährte, sprang die Zentralsparkasse der Gemeinde Wien mit einem Kredit ein, sodass der Beschäftigten­stand bis 1929 wieder auf 470 Personen erhöht werden konnte.

Waffensuche im Arsenal / Foto: VGA

Die Weltwirtschaftskrise machte diesen kurzen Aufschwung wieder zunichte. Nachdem die Sowjetunion und die Stadt Wien als die beiden größten Auftraggeber ihre Aufträge sistiert hatten, wurde das Unter-
nehmen entscheidend geschwächt.

Im Februar 1934 leistete das Arsenal, das noch 1927 auf Konfron-
tationskurs mit dem Bundesheer gegangen war, keinen Wider­stand mehr. Noch im selben Jahr wurde das gemeinwirtschaftliche Unter-
nehmen geschlossen.

Im Zweiten Weltkrieg waren Gelände und Gebäude des Arsenals wieder militärisch genutzt.

Nach Kriegsende wurden im Arsenal vorwiegend zivile Einrich-
tungen, wie etwa das Fernmeldezentralamt, die Bundesversuchs-
anstalt (heute: arsenal research), Werkstätten des Denkmalamtes und der Bundestheater, das Österreichische Institut für Wirtschafts-
forschung, Probebühnen des Burgtheaters sowie verschiedene Betriebe, Lager und auch Wohnbauten untergebracht.

Im Zentrum des Arsenals befindet sich das Heeres­geschichtliche Museum, das bereits im ursprünglichen Konzept enthalten war und in den Jahren 1850 bis 1856 errichtet wurde.

Foto: Heeresgeschichtliches Museum
 
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