1951 bildete sich am Institut für Wissenschaft und Kunst ein Kreis, der sich um den Abbau von gegenseitigen Vorurteilen bemühte. Daraus entstand 1959 die "Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Katholiken" innerhalb der SPÖ. Nach dem Beitritt von Angehörigen anderer christlicher Konfessionen wurde daraus die "Arbeitsgemein- schaft Christentum und Sozialismus".
Wesentlich zu einer Versöhnung der ehemals verfeindeten Lager trugen Persönlichkeiten wie Bruno Kreisky und Franz Kardinal König bei. Bruno Kreisky suchte in den siebziger Jahren bewusst den Dialog mit fortschrittlichen Christen, um mit einer neuen Mehrheit links der Mitte Österreich verändern zu können. Die Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie bildete dabei eine wichtige Plattform.
Sie sind Sozialisten, nicht obwohl, sondern weil sie Christen sind – dieser Satz im Parteiprogramm sorgte 1978 noch für hitzige Diskussionen. Heute ist es bereits selbstverständlich, dass SPÖ-Abgeordnete auch Funktionen in christlichen Organisationen einnehmen. |