Im Staatsvertrag von 1955 verpflichtete sich die Republik Österreich, faschistischen Tendenzen entschieden entgegenzutreten. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs wurde in Wien eine Reihe von antifaschisti- schen Denkmälern und Gedenkstätten errichtet.
Heute liegen die Schwerpunkte bei der Aufklärung über das NS-Regime und bei der Bekämpfung des neuen europaweit auftretenden Rechts- extremismus und Antisemitismus.
Die besonders von linksextremen Splittergruppen betriebene "Anti- faschismusarbeit" stützt sich hingegen auf ein anderes Grundver- ständnis und verfolgt weitergehende Ziele.
Das Erstarken rechtspopulistischer Tendenzen in Europa seit den achtziger Jahren und der Regierungseintritt der FPÖ im Jahre 2000 hat die Debatte um Faschismus und Antifaschismus auch in Österreich neu angefacht. Auch auf Seiten der linken Intellektuellen herrscht allerdings keine Einigkeit darüber, wie mit dem Faschismusbegriff umzugehen sei.
Verschiedentlich wurde deshalb vorgeschlagen, den Faschismus als ein historisches Phänomen zu betrachten und gegenwärtige rechts- populistische, nationalistische und ausländerfeindliche Gruppierungen und Tendenzen nicht pauschal mit dem Etikett des "Faschismus" zu versehen – u.a. auch, um den historischen Faschismus durch die inflationäre und oft zweckentfremdete Verwendung des Begriffs ("Faschismus-Keule") nicht nachträglich zu verharmlosen. |