Max Adler, der mit den führenden Persönlichkeiten der österreichischen Arbeiterbewegung gleichen Namens nicht verwandt war, studierte Rechtswissenschaften und gründete bereits in seiner Studentenzeit eine "Freie Vereinigung Sozialistischer Studenten". Später arbeitete er als Anwalt. Adler war überzeugter Marxist und versuchte, die Ideen des Marxismus mit der Philosophie Immanuel Kants zu verbinden. Von 1904 bis 1925 fungierte er, gemeinsam mit Rudolf Hilferding, als Herausgeber der "Marx-Studien".
Adler unterschied scharf zwischen der "politischen Demokratie" als Herrschaftsorganisation der bürgerlichen Klasse und einer "sozialen Demokratie", in der mit den Klassengegensätzen auch die Unterdrückung abgeschafft sein und an ihre Stelle eine solidarische Verwaltungsreform der Gesellschaft treten würde. Zu den Kommunisten stand er allerdings in scharfem Gegensatz.
Max Adler war ein mitreißender Redner, dessen Vorträge v.a. bei der Jugend großen Zuspruch fanden. Seiner Ansicht nach sollte die Arbeiterbewegung einen "Neuen Menschen" erziehen; er selbst propagierte eine sozialistische Lebenshaltung und Kulturlehre. |