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Adler, Max
5.1.1873, Wien – 28.6.1937, Wien
Max Adler / Foto: VGA

Das Ich ist immer und von vornherein in Vergesellschaftung und, sobald dies erkannt und zur bewussten Zwecksetzung gemacht wird, auch in Gemeinschaft.

Max Adler, der mit den führenden Persönlichkeiten der österreichischen Arbeiterbewegung gleichen Namens nicht verwandt war, studierte Rechtswissenschaften und gründete bereits in seiner Studentenzeit eine "Freie Vereinigung Sozialistischer Studenten". Später arbeitete er als Anwalt. Adler war überzeugter Marxist und versuchte, die Ideen des Marxismus mit der Philosophie Immanuel Kants zu verbinden. Von 1904 bis 1925 fungierte er, gemeinsam mit Rudolf Hilferding, als Herausgeber der "Marx-Studien".

Adler unterschied scharf zwischen der "politischen Demokratie" als Herrschaftsorganisation der bürgerlichen Klasse und einer "sozialen Demokratie", in der mit den Klassengegensätzen auch die Unterdrückung abgeschafft sein und an ihre Stelle eine solidarische Verwaltungsreform der Gesellschaft treten würde. Zu
den Kommunisten stand er allerdings in scharfem Gegensatz.

Max Adler war ein mitreißender Redner, dessen Vorträge v.a. bei der Jugend großen Zuspruch fanden. Seiner
Ansicht nach sollte die Arbeiterbewegung einen "Neuen Menschen" erziehen; er selbst propagierte eine sozialistische Lebenshaltung und Kulturlehre.

Foto: Bauer
Max Adler gehörte von 1919 bis 1923 dem niederösterreichischen Landtag und dem Wiener Gemeinderat an. In der Folge widmete er sich als Professor für Gesellschaftslehre an der Universität Wien v.a. der wissenschaftlichen Arbeit. Seine Theorie vom "Neuen Menschen" trug wesentlich zu den Programmen und Zielsetzungen der Kinderfreunde bei; Adler unterrichtete auch an der 1926 gegründeten Arbeiterhoch-
schule
.

Am Geburtshaus Max Adlers, 2., Waschhausgasse 1a, erinnert eine Gedenktafel an den Theoretiker des Austromarxismus.
Werk (Auswahl): Die Staatsauffassung des Marxismus, 1922; Neue Menschen. Gedanken über sozialistische Erziehung, 1924; Kant und der Marxismus, 1925; Marx als Denker, 1925; Politische oder soziale Demokratie. Ein Beitrag zur sozialistischen Erziehung, 1926; Der Arbeiter und sein Vaterland, 1929; Lehrbuch der materialistischen Geschichts-
auffassung, 1930.
Literatur: Alfred Pfabigan, Max Adler, 1982.
 
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