Die größte Gefahr im Leben ist, daß man zu vorsichtig wird.
Alfred Adler wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und absolvierte unter großen Schwierigkeiten das Medizin- studium. Adler beschäftigte sich intensiv mit der von Sigmund Freud begründeten Psychoanalyse, geriet allerdings zunehmend in Gegensatz zu seinem Lehrer. Adler sah den Menschen nicht als isoliertes Individuum, sondern als Teil der Gesellschaft an, weshalb das menschliche Verhalten ganz wesentlich von der Gesellschaft geprägt sei.
Anders als Freud glaubte Alfred Adler auch nicht daran, dass Störungen der kindlichen Sexualität die Ursache der seelischen Probleme im Erwachsenenalter seien, vielmehr erblickte er darin Minderwertigkeitskomplexe oder einen übersteigerten Geltungstrieb infolge missglückter Anpassung an die Gemeinschaft. In Adlers Augen waren Frauen und Männer von Natur aus gleichwertig; Freuds patriarchalische Anschauungen lehnte er deshalb strikt ab.
Alfred Adler hielt zahlreiche Vorträge an Volkshochschulen und richtete die ersten Erziehungsberatungsstellen ein. Seine Auffassungen haben die Schulreform Otto Glöckels, die Erziehungsarbeit der Kinderfreunde und die städtische Kinder- und Jugendbetreuung im "Roten Wien" maßgeblich beeinflusst. Im Rahmen seines sozialen Engagements befasste er sich auch mit neuen Formen des Wohnbaus als Grundlage einer menschenwürdigen Existenz.
1932 folgte Adler einer Berufung nach New York, verbrachte aber weiterhin einen Teil des Jahres mit Vortrags- tätigkeiten in Europa. Auf einer dieser Reisen starb Alfred Adler 1937 an Herzversagen.
Am Geburtshaus Alfred Adlers, 15., Mariahilfer Straße 208, erinnert eine Gedenktafel an den Begründer der Individualpsychologie. Eine weitere Gedenktafel befindet sich am Haus 1., Dominikanerbastei 10, in dem Adler ab 1911 lebte und arbeitete.
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