Der utopisch anmutende "Achtstundentag" wurde erstmals in der Geschichte der Industriearbeit den Steinmetzen im australischen Victoria 1856 zugestanden. 1868 erfolgte eine erste gesetzliche Regelung zur Begrenzung der täglichen Arbeitszeit auf acht Stunden in den USA; sie betraf Arbeiter auf der Marinewerft von Charleston, Texas. Im Mai 1886 wurde ein Generalstreik amerikanischer Arbeiter in Chicago, die ebenfalls für den Achtstundentag eingetreten waren, jedoch brutal niedergeschlagen.
In Erinnerung an diesen Generalstreik legte die Zweite Internationale der sozialistischen Arbeiterbewegung auf ihrem Gründungskongress in Paris 1889 den "Kampftag der Arbeit" für den 1. Mai fest. Im Jahr darauf machten Arbeiter zum ersten Mal mit weltweiten Massen- demonstrationen unter dem Motto "Heraus zum 1. Mai" auf ihre Forderungen aufmerksam. Die Forderung nach einem Achtstundentag war also von Anfang an eng mit der Geschichte des 1. Mai verbunden. Am 1. Mai 1890 wurde der neue Kampftag auch von den Wiener Sozialdemokraten festlich begangen. Die Parole lautete "8-8-8" (Acht Stunden Arbeit, acht Stunden Schlaf, acht Stunden Erholung). |